Partizipation stärkt integrierte kommunale Strategien für Gesundheitsförderung

2016 ◽  
Vol 24 (4) ◽  
pp. 255-257 ◽  
Author(s):  
Gesine Bär ◽  
Ina Schaefer

Zusammenfassung: Die gesundheitliche Chancengleichheit im Praxisfeld der Gesundheitsförderung ist gleichermaßen zentrales Ziel wie stetige Herausforderung. In kommunalen Settings gelten integrierte Konzepte und Vernetzung sowie Partizipation als wichtige Qualitätskriterien bei der Zielerreichung. Es wird argumentiert, dass bei den unterschiedlichen Herangehensweisen der kommunalen Gesundheitsförderung v.a. moderierende Verfahren die besten Voraussetzungen für die genannten Qualitätskriterien bieten.


2019 ◽  
Vol 82 (02) ◽  
pp. 202-208
Author(s):  
Tilman Brand ◽  
Rieke Barbek ◽  
Hande Gencer ◽  
Florence Samkange-Zeeb ◽  
Hajo Zeeb

Zusammenfassung Ziel der Studie Entwicklung eines Rahmenmodells für soziokulturell sensible Prävention und Gesundheitsförderung und Analyse von Maßnahmen zur soziokulturell sensiblen Gestaltung in Bewegungsförderungsprojekten, die sich an Menschen mit Migrationshintergrund richten. Methodik Basierend auf 9 Expert_inneninterviews und einem Rapid Review in den Datenbanken PubMed und PsycInfo wurden Maßnahmen und Domänen von soziokultureller Sensibilität in der Prävention und Gesundheitsförderung sowie deren Effektivität identifiziert. Die Domänen bildeten die Grundlage für eine Befragung von Ansprechpersonen von Bewegungsförderungsprojekten, die in der Datenbank „Gesundheitliche Chancengleichheit“ gelistet waren und Menschen mit Migrationshintergrund als Zielgruppe angegeben hatten. Ergebnisse Es wurden 5 Domänen der soziokulturell sensiblen Anpassung von Präventionsangeboten identifiziert (äußerliche Anpassung, evidenzbezogene Anpassung, sprachliche Anpassung, einbeziehende Anpassung und soziokulturelle Anpassung der Tiefenstruktur). Die Nutzung von mehreren Anpassungsstrategien scheint die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen zu erhöhen. Von den 48 kontaktierten Ansprechpersonen nahmen 29 an der Befragung teil. Fast alle Befragten gaben an, Maßnahmen aus 4 der 5 Domänen einzusetzen. Eine evidenzbezogene Anpassung erfolgte vergleichsweise selten. Schlussfolgerungen Das erarbeitete Rahmenmodell kann sowohl zur Planung als auch für die Evaluation von Präventionsmaßnahmen verwendet werden, die sich an Menschen mit Migrationshintergrund richten. Die Befragung zeigt, wie soziokulturelle Sensibilität durch vielfältige Maßnahmen in der Bewegungsförderung verbessert werden kann.



2021 ◽  
Vol 29 (3) ◽  
pp. 209-212
Author(s):  
Lisa Scholz ◽  
Florian Schimböck ◽  
Jacob Spallek

Zusammenfassung Soziale Ungleichheit führt bereits im Kindesalter zu gesundheitlicher Benachteiligung. Gesundheitsfördernde Angebote in Deutschland sind noch unzureichend miteinander verknüpft und erreichen sozialbenachteiligte Familien nur bedingt. International ist Community Child Health Nursing (CCHN) verbreitet und bietet einen möglichen Ansatz, um die gesundheitliche Chancengleichheit von Kindern zu stärken. Dieser Beitrag diskutiert das Berufsbild der CCH-Nurses und konzeptionelle Aspekte für die Implementierung in Deutschland.



2015 ◽  
Vol 23 (2) ◽  
pp. 54-57
Author(s):  
Oliver Razum ◽  
Jacob Spallek

Zusammenfassung Deutschland ist ein Zuwanderungsland. Hier lebende Menschen mit Migrationshintergrund sollten den gleichen Zugang zu gesundheitsbezogenen Leistungen haben wie die gesamte Bevölkerung. Es bestehen jedoch noch Zugangshindernisse sowie Unterschiede im Nutzungsverhalten und bei den gesundheitlichen Ergebnissen. Diversity Management wird als eine Strategie diskutiert, um unterschiedliche Bedarfe und Bedürfnisse zu berücksichtigen und gesundheitliche Chancengleichheit zu erreichen.



2021 ◽  
Author(s):  
Alf Trojan ◽  
Christian Lorentz ◽  
Waldemar Süß ◽  
Stefan Nickel

Zusammenfassung Ziel der Studie Der Fragebogen „Kapazitätsentwicklung im Quartier (KEQ)“ hat fünf Dimensionen und ist ein intermediäres Maß für Ergebnisse der quartiersbezogenen Gesundheitsförderung. Es wird von den quartiersinternen Akteur*innen ausgefüllt und hat damit Elemente einer Selbstbewertung. In einer Studie sollte geklärt werden, ob quartiersexterne Expert*innen mit ihrem Blick von außen zu gleichen oder kritischeren Einschätzungen kommen. Methodik Es wurde ein Audit der Gesundheitsförderungsaktivitäten in der Hamburger Lenzsiedlung in zwei Stufen durchgeführt. Als Auditor*innen fungierten fünf externe Fachkolleg*innen aus dem Kooperationsverbund „Gesundheitliche Chancengleichheit“, die Erfahrungen in der Bewertung von Good Practice-Projekten der Gesundheitsförderung gesammelt haben. Die erste Phase des Audits war eine dokumentenbasierte Fremdbewertung, die zweite eine besuchsbasierte Vor-Ort Begehung und -Bewertung. Ergebnisse Im Vergleich mit Quartiersakteur*innen (KEQ-Erhebungen) fielen die durchschnittlichen Einschätzungen der externen Expert*innen im dokumentenbasierten Audit auf allen fünf Dimensionen positiver aus (Abweichungen von +0,1 bis +0,9 auf einer Skala von 1 bis 5). Im besuchsbasierten Audit haben sich die Ergebnisse von KEQ-Beantworter*innen vor Ort und externen Auditor*innen stark angenähert: Zum Teil sind sie identisch; nur die Dimension Lokale Führung wurde von den externen Auditor*innen etwas kritischer gesehen. Schlussfolgerung In der Diskussion werden vier methodische Probleme des Vergleichs angesprochen. Als Gesamtergebnis wird gefolgert, dass quartiersinterne Akteur*innen ihre Aktivitäten nicht zu positiv bewerten. Gleichwohl empfehlen wir, sofern entsprechende Mittel verfügbar sind, lokale Erfolgseinschätzungen durch Fremdbeurteilungen abzusichern.



2015 ◽  
Vol 79 (08/09) ◽  
pp. 613-616 ◽  
Author(s):  
A. Hollederer ◽  
A. Eicher ◽  
F. Pfister ◽  
K. Stühler ◽  
M. Wildner

ZusammenfassungFür viele Versorgungs- und Gesundheitsprobleme in der Bevölkerung braucht es passgenaue Lösungen, die auf die örtlichen Gegebenheiten Rücksicht nehmen. Um dies zu erreichen, sind professionelle Management- und Steuerungsinstrumente sowie ein fachlich kompetentes Netzwerk vor Ort nötig. Eine solche Struktur bieten die neuen „Gesundheitsregionenplus“ in Bayern, deren Fachkonzept im Kurzbeitrag vorgestellt wird. Die Gesundheitsregionenplus zielen darauf, den Gesundheitszustand der Bevölkerung zu verbessern, die gesundheitsbezogene Lebensqualität auch im Hinblick auf die gesundheitliche Chancengleichheit zu erhöhen und die wohnortnahe Gesundheitsversorgung weiterzuentwickeln. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) stellt für zunächst maximal 24 Landkreise und kreisfreie Städte Finanzmittel von jährlich bis zu 50 000 Euro je Gesundheitsregionplus bis Ende 2019 zur Verfügung. Zur Struktur der Gesundheitsregionenplus gehören die Einrichtung einer koordinierenden Geschäftsstelle als „Motor“, die Gründung eines Gesundheitsforums als Planungs- und Steuerungsgremium und der Aufbau von themenbezogenen Arbeitsgruppen. Die Gesundheitsregionenplus binden alle relevanten regionalen Akteure des Gesundheitswesens unter Vorsitz des Landrats bzw. Oberbürgermeisters ein. Sie wirken vorrangig in den zentralen Handlungsfeldern Gesundheitsversorgung und Prävention/Gesundheitsförderung sowie weiteren fakultativen regionalspezifischen Handlungsfeldern mit. Die Gesundheitsregionenplus werden vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) fachlich begleitet und wissenschaftlich evaluiert. Eine dort eingerichtete fachliche Leitstelle stellt den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Gesundheitsregionenplus her. Ein solcher regionaler Gesamtansatz verändert zwar nicht die gesetzlich vorgegebenen Entscheidungsstrukturen und –verantwortlichkeiten, gibt den Kommunen aber ein Instrument an die Hand, die örtlichen Bedürfnisse stärker in den Entscheidungsprozess einzubringen.



2020 ◽  
Vol 28 (3) ◽  
pp. 185-187
Author(s):  
Nico Dragano ◽  
Arne Conte

ZusammenfassungIm Beitrag wird eine erste Analyse des Umgangs mit gesundheitlicher Chancengleichheit bzw. Ungleichheit während der COVID-19 Pandemie im Frühjahr 2020 in Deutschland vorgenommen, um Rückschlüsse auf den allgemeinen Stand von HiAP-Ansätzen zur Thematik der Chancengleichheit zu ziehen. Teile der Maßnahmen deckten sich prinzipiell mit den HiAP-Ideen, eine übergeordnete Strategie zur Förderung der gesundheitlichen Chancengleichheit ist jedoch in der betrachteten Zeit nicht auszumachen.



Author(s):  
Theresa Allweiss ◽  
Tina Cook ◽  
Michael T. Wright

ZusammenfassungSeit einigen Jahren beschäftigt sich die akademische Welt verstärkt damit, welcher gesellschaftliche Nutzen von Forschung ausgeht und wie er erhoben und dargestellt werden kann. Zu der Wirkung von Forschung, dem sogenannten Forschungsimpact, werden verschiedene Diskussionen geführt – kontrovers besonders in Ländern, in denen Impact mittlerweile ein Faktor bei der Verteilung von Fördergeldern geworden ist. Partizipative Gesundheitsforschung ist ein Forschungsansatz, der diejenige in die Forschung einbindet, deren Arbeit oder Leben im Forschungsinteresse stehen. Mit diesem Ansatz soll auch außerhalb der akademischen Welt Wirkung erzielt werden, um Veränderungen zum gesundheitlichen Wohlergehen anzustoßen und die gesundheitliche Chancengleichheit in der Gesellschaft zu erhöhen.Der Beitrag geht den Fragen nach, wie Forschungsimpact verstanden und erhoben werden kann und welchen Beitrag die Wirkungen der partizipativen Gesundheitsforschung zu gesundheitlicher Chancengleichheit leisten können. Er geht exemplarisch auf Aspekte von Impactdiskussionen im Vereinigten Königreich und in Deutschland ein und bildet dann den aktuellen Stand der fachlichen Auseinandersetzung mit dem Themenbereich ab. Schließlich beschreibt er die Wirkfaktoren der partizipativen Gesundheitsforschung, die zu einer Stärkung gesundheitlicher Chancengleichheit führen können.Nicht nur im Bereich der partizipativen Gesundheitsforschung ermöglicht es die Diskussion über Forschungsimpact, die Nachhaltigkeit und den Wert von Forschung zu bewerten und zu stärken. Da die vielseitigen Wirkungen der partizipativen Gesundheitsforschung jedoch das Potenzial haben, gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern, sollten sie entsprechend wahrgenommen und anerkannt werden.



Author(s):  
Ina Schaefer ◽  
Susanne Kümpers ◽  
Tina Cook

Zusammenfassung Hintergrund Die partizipative Gesundheitsforschung gewinnt im Bereich Public Health zunehmend Anerkennung. Dabei werden Menschen, deren Leben oder Arbeit im Mittelpunkt der jeweiligen Forschung stehen, in die Projekte eingebunden. Die Integration des Wissens und der Perspektiven von Menschen, die bisher nur selten gehört wurden, eröffnet dabei die Möglichkeit, gesundheitliche Chancengleichheit in den jeweiligen Lebenswelten zu stärken. Partizipative Gesundheitsforschung (PGF) wird häufig mit Gemeinschaften (Communitys) durchgeführt. Jedoch stellt es eine besondere Herausforderung dar, Personen zu erreichen, die kaum oder keinen Zugang zu Netzwerken oder Angeboten haben. Deren Lebensbedingungen und -qualität müssen in der Forschung berücksichtigt werden. Im vorliegenden narrativen Übersichtsartikel wird diese Problematik beleuchtet und Lösungsansätze für die Forschungspraxis werden entwickelt. Methodik Es wurde auf eine umfangreiche Literaturrecherche der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin nach deutschsprachigen Artikeln zu partizipativer Forschung zurückgegriffen; ergänzend wurde internationale Literatur gesichtet. Darüber hinaus wurden Prozesse von 3 partizipativen Forschungsprojekten ausgewertet. Ergebnisse und Diskussion Die dargestellten Zugangswege zu „selten Gehörten“ beziehen sich auf die Reduzierung systemischer Barrieren und die Verbesserung lokaler Voraussetzungen. Beispielsweise wird vor Beginn der Forschung im engeren Sinn eine Vorbereitungsphase empfohlen. Diese kann für den Beziehungs- und Kooperationsaufbau genutzt werden, um die Distanz der Menschen aus der Lebenswelt gegenüber Forschung zu überbrücken.



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